Stakeholder-Dialog zur Spurenstoffstrategie des Bundes geht in die nächste Runde

Bergheim, den 01.03.2018:

Am 21. Februar 2018 wurde die 2. Phase des Stakeholder-Dialogs zur Spurenstoffstrategie des Bundes offiziell gestartet. Ziel dieser Phase ist eine Konkretisierung der in der 1. Phase erarbeiteten Handlungsempfehlungen zur Reduktion von Spurenstoffen in Gewässersystemen, die im vergangenen Jahr in einem Policy Paper dokumentiert und dem BMUB überreicht wurden.

agw für bundeseinheitliche Vorgehensweise bei der Betrachtung von Spurenstoffen im Gewässer

Die agw begrüßt die Herangehensweise des BMUB, alle Stakeholder in den Prozess mit einzubeziehen und so den Weg für eine von allen getragene bundeseinheitliche Vorgehensweise zu ebnen. Insbesondere der im Policy Paper vorgeschlagene ganzheitliche Ansatz, der sowohl Quellen und Anwendung als auch Minderungsstrategien auf Basis nachgeschalteter Maßnahmen berücksichtigt, geht unserer Ansicht nach in die richtige Richtung. Deutliche Fortschritte bei der Verringerung der stofflichen Belastungen lassen sich allerdings nur dann erzielen, wenn auch die anderen Emittenten wie Industrie, Landwirtschaft und Straßenbaulastträger in die Pflicht genommen werden und nicht ausschließlich die kommunale Abwasserentsorgung.

Wünschenswert wäre, dass die zu erarbeitende Strategie im Einklang mit der Vorgehensweise der EU steht. Angesichts der Belastungen der Gewässer mit Pflanzenschutz- und Tierarzneimitteln ist es wichtig, dass im Folgeprozess die Belange aller Stakeholder berücksichtigt werden.

Viele Fragen in der Thematik Spurenstoffe bleiben auch weiterhin offen: Hier gilt es aus Sicht der Wasserwirtschaftsverbände in Nordrhein-Westfalen auch in Zukunft intensiv über u.a. F&E-Vorhaben bzw. Demonstrationsanlagen weitere Erkenntnisse zu generieren und dadurch aktiv an der Entscheidungsfindung mitzuwirken.

Das im letzten Jahr an das BMUB übergebene vollständige Policy Paper finden Sie hier.

Der Weltwassertag am 22.03.2018 steht in diesem Jahr unter dem Motto "Nature for Water"

Bergheim, den 22.03.2018: 

Der jährlich am 22. März stattfindende Weltwassertag wird in diesem Jahr unter dem Motto "Nature for Water" stehen. Verantwortlich ist das UN-Entwicklungsprogramm UNDP, in Zusammenarbeit mit UNESCO, UN-HABITAT, UNEP, der Weltbank und UN-DESA.

Nachhaltige Wasserwirtschaft bedeutet Verantwortung und kostenbewusstes Handeln. Die Erhaltung und Verbesserung des Wasserschatzes in einem der am dichtesten besiedelten Wirtschaftsräume Europas ist eine besondere Herausforderung für die Lebensgrundlage Wasser. Die Verbände der agw decken etwa die Hälfte der Fläche des Landes NRW ab und betreiben 300 Kläranlagen mit rund 19 Mio. Einwohnerwerten. Neben diesen betreiben sie noch 37 Talsperren und sind für die Betreuung von rund 17.700 km Fließgewässer verantwortlich.

Die hoheitliche Aufgabe der Errichtung und Vorhaltung von Infrastruktur zur Abwasserbeseitigung, Wasserversorgung sowie Pflege und die naturnahe Entwicklung der Gewässer bewirkte in der Vergangenheit generationsübergreifend maßgebliche Fortschritte nicht nur für die Gesundheit bzw. Lebenserwartung und Lebensqualität der Bevölkerung sondern auch für Tiere und Pflanzen in und am Gewässer. Sie ist gleichzeitig eine wesentliche Grundlage, um die Ziele von Wirtschaftswachstum und Entwicklung bzw. Erhalt einer intakten Umwelt miteinander in Einklang zu bringen. Dies gilt es zu erhalten und auszubauen.

Der Bau der Kläranlagen war in der Vergangenheit ein wichtiger Schritt, um einerseits die hygienischen Bedingungen für die Bürger zu verbessern und andererseits die Gewässer zu schützen. Durch die stetige Entwicklung der Technik in den Kläranlagen wurden immer bessere Reinigungsleistungen erzielt. Insbesondere durch diesen Ausbau hat sich die Wasserqualität der Gewässer deutlich verbessert. Dennoch sind der technischen Entwicklung auch Grenzen gesetzt. „End of pipe“ kann bei den derzeit diskutierten „neuen“ Gewässerverunreinigungen durch Mikroplastik, Spurenstoffe und Arzneimittelrückstände nicht die alleinige Lösung sein. Hier muss das Verursacherprinzip konsequent zur Anwendung kommen.

Die naturnahe Entwicklung der Gewässer führt zu vielen positiven Effekten im Gewässer.

Die naturnahe Entwicklung der Gewässer führt zu vielen positiven Effekten im Gewässer. Hier sind neben dem Hochwasserschutz durch die Schaffung von Retentionsraum für Wasser v.a. Verbesserungen des Lebensraumes für viele Tier- und Pflanzenarten zu nennen. Heute sind viele Gewässer wieder ein Lebensraum u.a. für seltene Arten. Auch der Freizeitwert der Gewässer hat sich deutlich erhöht, so dass ein Leben am und auf dem Fluss für viele heute wieder zur Selbstverständlichkeit gehört.

Um diese Entwicklung auch zukünftig sicher zu stellen, bedarf es einer ganzheitlichen Bewirtschaftung und eines guten Ordnungsrahmens. Daher setzen wir uns in vielen Rechtsbereichen für klare Rahmenbedingungen ein. Immer unter der Maxime: Wasserwirtschaft in öffentlicher Verantwortung!