Vereinbarung einer gemeinsamen Initiative zur Fachkräftesicherung und -qualifizierung für die Wasserwirtschaft in Nordrhein-Westfalen

Recklinghausen, den 03.07.2019:

Die agw hat am 03.07.2019 mit dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, den Kommunen und weiteren Wasserwirtschaftsunternehmen einschließlich der kommunalen Eigenbetriebe sowie den Fachverbänden der Wasserwirtschaft im Rahmen der Landesverbandstagung DWA in Recklinghausen die gemeinsame Initiative FachkräfteWasser.NRW zur Fachkräftesicherung und -qualifizierung für die Wasserwirtschaft in Nordrhein-Westfalen vereinbart. Denn ohne qualifiziertes und ausreichendes Fachpersonal ist der Anspruch der Bevölkerung und der Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen auf eine dauerhaft, jeden Tag rund um die Uhr auf hohem Niveau leistungsfähige Wasserwirtschaft nicht zu erfüllen. Dazu müssen auch die Firmen, die die Wasserwirtschaftsunternehmen bei Planung, Bau und Betrieb unterstützen, und die Wasserwirtschaftsverwaltung über qualifiziertes und ausreichendes Fachpersonal verfügen.

Der drohende Fachkräftemangel stellt für die Wasserwirtschaftsbranche eine große Herausforderung dar. Die Unternehmen der Wasserwirtschaft, die Kommunen und die Umweltverwaltung haben, auch mit Unterstützung der Fachverbände, bereits zahlreiche Maßnahmen zur Personalentwicklung, Fachkräftesicherung und Fachkräftequalifizierung ergriffen.

Im Rahmen der Initiative werden durch ein Kernteam bestehend aus den Landesgruppen von BDEW, VKU und DVGW, den Landesverbänden von DWA und BWK sowie der agw Vorschläge für das weitere Vorgehen und für erste konkrete Maßnahmen erarbeitet. Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, und die Sozialpartner Ver.di und KAV-NW werden FachkräfteWasser.NRW mit eigenen Kompetenzen unterstützen. Im ersten Schritt wird das Kernteam eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Materialien und Konzepte zur Fachkräftesicherung und -qualifizierung auf Bundes- und Landesebene durchführen und auf dieser Basis besonders effiziente Handlungsansätze identifizieren. Der Fokus wird dabei auf öffentlichkeitsbezogenen Aktivitäten vor Ort in NRW liegen. Sukzessive werden voraussichtlich weitere Kompetenzen und Ressourcen für die Durchführung von Maßnahmen und unterstützende externe Dienstleistungen erforderlich werden.

Bis Ende 2019 werden erste gemeinsame Maßnahmen in Umsetzung gebracht!

Weitere Informationen:

 

 

 

 

EU-Kommission veröffentlicht Strategie zum Umgang mit Arzneimitteln in der Umwelt

Bergheim, den 11.03.2019: 

Die EU-Kommission hat die Mitteilung „Strategischer Ansatz der Europäischen Union für Arzneimittel in der Umwelt“ veröffentlicht. Damit kommt sie mit deutlicher Verspätung der rechtlichen Verpflichtung des letzten Novellierungsprozesses der Liste der Prioritären Stoffe aus dem Jahr 2013 nach.

Ziel des Strategischen Ansatzes, so führt die EU-Kommission aus, ist:
• die Ermittlung von Maßnahmen, um den potenziellen Risiken von Arzneimittelrückständen in der Umwelt zu begegnen, nicht zuletzt als Beitrag zu den Maßnahmen der Union zur Bekämpfung der antimikrobiellen Resistenz
• die Förderung von Innovation, wo sie zur Bewältigung der Risiken beitragen kann, und die Förderung der Kreislaufwirtschaft durch Vereinfachung des Recyclings von Rohstoffen wie Wasser, Klärschlamm und Dung
• sowie die Ermittlung verbleibender Wissenslücken und das Aufzeigen möglicher Lösungen, um sie zu schließen sowie die Gewährleistung, dass die Maßnahmen zur Risikobewältigung den Zugang zu einer sicheren und wirksamen Behandlung mit Arzneimitteln von Mensch und Tier nicht gefährden.

Die Kommission verweist im Zusammenhang mit Diskussionen um eine 4. Reinigungsstufe darauf, dass

„(…) Die Fähigkeit der Abwasserreinigung, Arzneimittelrückstände zu beseitigen, variiert je nach Substanz und Reinigungsstufe; in manchen Fällen werden erhebliche Mengen entfernt, in anderen nur ein kleiner Prozentsatz, jedoch sind derzeit selbst die besten und teuersten Reinigungsmethoden nicht zu 100 % wirksam.“

Die EU-Kommission hat tatsächlich einen ganzheitlichen Ansatz gewählt, das ist positiv hervorzuheben. Bei den verschiedenen Eintragspfaden (Kommunale KA, Gülle, Aquakulturen, Abwasser aus Produktionsanlagen, landwirtschaftliche Klärschlammverwertung, Weidevieh) werden Gärreste aus Biogasanlagen allerdings ausgeklammert. Wissenslücken existieren aus Sicht der EU bei der Überwachung von Arzneimitteln in der Umwelt,  die Überwachung von Hotspots (z.B. KKH) und bei der Kenntnis von Mischungstoxizitäten. Die Pharmaindustrie ist aufgerufen, die Informationen der erfolgten UVP zur Verbesserung einer zügigeren Ableitung geeigneter Risikomanagementmaßnahmen vollständig zur Verfügung zu stellen.
Konkrete Maßnahmen werden zu einem späteren Zeitpunkt von der neuen Kommission formuliert werden. Dazu führt das Dokument aus, dass die „Maßnahmen zum Zwecke ihrer Wirksamkeit und zur gleichmäßigen Verteilung der Anstrengungen nicht nur Kontrollen am Leitungsende (z. B. verbesserte Abwasserreinigung) beinhalten (sollen), sondern auch die ursprünglichen Emissionsquellen (z. B. Herstellung und Verwendung) anvisieren und sowohl die terrestrische als auch die aquatische Umwelt berücksichtigen (sollte).“

Für das weitere Vorgehen werden in der vorliegenden Mitteilung 6 Aktionsbereiche formuliert:
1. Verstärkte Aufklärung und Förderung einer umsichtigen Verwendung von Arzneimitteln
2. Unterstützung der Entwicklung von Arzneimitteln, die weniger schädlich für die Umwelt sind, und Förderung einer umweltfreundlicheren Herstellung
3. Verbesserung der Umweltverträglichkeitsprüfung und ihrer Überprüfung
4. Verringerung von Verschwendung und Verbesserung der Abfallbewirtschaftung
5. Ausweitung der Umweltüberwachung
6. Schließen weiterer Wissenslücken

Die vollständige Mitteilung der EU-Kommission können Sie hier einsehen.